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04.09.2020

Windbranche in Schleswig-Holstein zeigt Innovationswillen

Husum – Ende August hat die Jubiläums-Version der Onshore-Windenergie-Konferenz Windwert 2020 coronabedingt als Online-Variante stattgefunden. Die Teilnehmer stehen bereit und setzen angesichts der derzeit ungünstigen Rahmenbedingungen für die Windenergie im Bund und in Schleswig-Holstein auf Innovationen.

Aufgrund der Corona Pandemie wurde die 10. Ausgabe der Onshore-Windenergie-Konferenz Windwert in diesem Jahr am 25. August als Online-Webkonferenz ausgetragen. Auf der Agenda standen die Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen, die aktuelle Windenergie-Rechtsprechung in Schleswig-Holstein, Windenergie und Batteriespeicher und die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK). Die nächste Windwert findet am 31. August 2021 statt, dann wahrscheinlich wieder als Präsenzveranstaltung in Kiel.

Neue Regionalpläne für Ende 2020 angekündigt
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz gratulierte in seiner Videobotschaft zur Windwert 2020 zum Jubiläum und betonte, die Landesregierung arbeite mit Hochdruck an den neuen Windenergie-Regionalplänen. Sie sollen bis Ende 2020 fertig gestellt werden.

Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen für die Windenergie-Branche aufgrund niedriger Strompreise im Zuge der Corona-Krise und das Warten auf die neuen Windenergie-Regionalpläne zeigte sich im Rahmen der Veranstaltung, dass die rd. 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Online-Konferenz nach vorn blicken und sich über zukunftsfähige Weiterbetriebsmodelle und innovative Techniken informieren wollen.

Zukunftsthemen auf der Agenda
Mit Blick auf den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen, die sukzessive ab dem nächsten Jahr aus der EEG-Vergütung ausscheiden, betonte Dr. Nicolai Herrmann vom Beratungsunternehmen Enervis aus Berlin, das zwar über eine Anschlussvergütung in einer Größenordnung zwischen 3 bis 4 Cent pro erzeugte Kilowattstunde (kWh) wird, er jedoch Zweifel habe, ob das politisch durchsetzbar sei. Wenn, dann müsse es sehr schnell geschehen, so Herrmann. Stattdessen präsentierte Herrmann einen Überblick über Stromlieferverträge (PPA) als Weiterbetriebsmodell, die im Gegensatz zur Direktvermarktung den Vorteil biete, dass die Erlöse weniger vom kurzfristigen Börsenstrompreis abhängen und damit besser planbar sind.

Tobias Wirsching von Energieversorgungsunternehmen EnBW präsentierte die Möglichkeit, Windkraftanlagen mit Batteriespeichern zu kombinieren, um in Zeiten niedriger Börsenstrompreise Strom zu speichern und in Hochpreis-Zeiten wieder zu verkaufen. EnBW entwickelt entsprechende Konzepte. Anwendungsbereiche seien sowohl Direktvermarktungsmodelle als auch Eigenverbrauchskonzepte von Quartieren oder Gewerbegebieten. Wirsching wies auf die Innovationsausschreibungen der Bundesnetzagentur hin, bei denen die Kombination von Onshore-Wind- oder Photovoltaikanlagen mit Speichern besonders vorteilhaft sei.

Der Fachanwalt Professor Martin Maslaton ging auf einige für die Windbranche positive Gerichtsurteile ein, die es seiner Einschätzung nach jüngst in Schleswig-Holstein gegeben hat. Dazu zählen u.a. verschiedene Urteile zum Immissionsschutz, bei denen Anwohner sich durch Windkraftanlagen gesundheitlich beeinträchtigt fühlten. Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig habe in Bezug auf Infraschall entschieden, zuletzt im März 2020, dass ab einer Entfernung von 250 Metern in der Regel keine Beeinträchtigung zu erwarten sei. Ab 500 Metern sei der durch die Windkraftanlage verursachte Infraschall kaum noch von dem anderer Schallquellen zu unterscheiden.

Jasper Salzwedel, Ansprechpartner für BNK bei der Deutschen Windtechnik stellte die „BNK-Box“ vor. Das BNK-System der Deutschen Windtechnik wird demnächst im Windtestfeld-Nord in der Südermarsch erprobt. Das 150 Hektar große Areal mit Anlagen von Enercon, Nordex, Senvion, GE, Siemens und Skywind bietet nach Angaben der Deutschen Windtechnik beste Voraussetzungen, um das System technologieübergreifend an den in Deutschland meist gestellten Herstellertechnologien in die Praxis umzusetzen. Dabei werden alle Turbinen des Testfeldes mit nur einem einzigen BNK-System eingebunden, wobei die Master-Einheit des BNK-Systems in einer Enercon-Anlage installiert ist.


Quelle: IWR Online
© IWR, 2020


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